17.12.14

Dezember 17, 2014


Der König des regelmäßigen Meldens, der nie etwas aufschiebt oder vergisst, meldet sich mal wieder bei seinen Untertanen Lesern, bevor das Jahr zu Ende geht, um am Ende doch nicht als soooo schlechter Blogger dazustehen.
Wenn ihre w4hr3 F4nzZ seid, dann müsstet ihr wissen, dass ich meinen Blog so unregelmäßig aktualisiere, wie ich meine Unterwäsche wechsle. 
Nein Spaß, meine Unterwäsche wechsel ich jeden Tag, muss ja irgendwie sein, das mit dem Bloggen steht halt irgendwie auf meiner Prioritätenliste zwischen Spülmaschine ausräumen und endlich mal die Decke in meinem Zimmer abzusaugen, also eher unten. Ist natürlich schade, weil ich eigentlich gerne blogge und auch viele Bilder habe, die ich mit euch teilen könnte, aber wenn ich dann das Textfeld von Blogger öffne, dann weiß ich nicht so recht, was ich schreiben soll. Ich bin eigentlich total gut darin, mich zu beschweren oder irgendwas total sinnloses von mir zu geben, aber wir sind hier ja im Internet und da muss man ja bekanntlich besser aufpassen, was man so auf seinem Blog veröffentlicht. 
Das habe ich auch bei den Bildern oben gesehen, die ich voller Freude und Ahnungslosigkeit vor ein paar Tagen auch auf meinem Instagram-Profil veröffentlicht habe, um dann zu merken, dass Amerikaner das mit dem Indianerkopfschmuck nicht so locker sehen wie wir. An Fasching zieht das hier jeder 3. an und man schreckt auch nicht davor zurück sein Gesicht rot/braun anzumalen, um auch als echter "Ureinwohner Amerikas", um politisch korrekt zu bleiben, durchzugehen. Für die, die sich nicht so gut mit amerikanischer Geschichte auskennen: Die Indianer waren vor den Amerikanern, als Ureinwohner, auf dem amerikanischen Kontinent verteilt und wurden durch die britischen Kolonien vertrieben und später getötet. Das tut mir auch echt leid für die amerikanischen Ureinwohner, aber ich verstehe nicht ganz, wieso man wegen ein paar Bildern mit einem Federkopfschmuck, so dermaßen austicken muss und mich mit 2 Meter langen Texten bombardiert, die mich als respektlosen-weißen-rassistischen-Indianerhasser darstellen, obwohl ich doch nur ein paar nette Bilder machen wollte. Mir wurde vorgeworfen, dass es extrem rassistisch und respektlos sei, dass ich als "weißer" Bilder von einem "weißen" Mädchen mit einem Kopfschmuck, der nicht zu unserer Kultur gehört Bilder mache und dass meine Vorfahren für den Genozid an den Indianern Schuld tragen und ich so etwas zu unterlassen habe, als "weiße" Person.

Also erstens finde ich es respektlos alle hellhäutigen Menschen über einen Kamm zu scheren, nur weil andere hellhäutige Menschen Dinge getan haben, die unentschuldbar sind, aber dunkelhäutige wollen doch genau so wenig nicht differenziert behandelt werden, nur weil es auch dunkelhäutige Menschen gibt, die etwas schlechtes getan haben. Wenn wir alle immer auf Gleichheit etc. plädieren, wieso geben wir dann nicht jedem die Gleichheit, die man auch vom anderen erwartet? Ich bin weder Amerikaner, noch sind meine Vorfahren Amerikaner, demzufolge hat keiner meiner Vorfahren Schuld an den Verbrechen, die den Ureinwohnern angetan wurden. Um nochmal darauf hinzuweisen, mir ist die aktuelle & vergangene Situation der Indianer bewusst und ich will auf keinen Fall verteidigen, was diesem Volk angetan wurde und auch immer noch angetan wird, mir tut das ganze sehr leid und ich verstehe, warum ein gewisser Ärger von den Ureinwohner zu den "weißen" herrscht. 
Aber ich verstehe nicht, wieso es so schlimm ist, ein kulturelles Gut, wie den Kopfschmuck, in einer respektvollen Art für Bilder zu benutzen, ohne dabei jemandem weh zu tun, Vorurteile zu verbreiten, sich über die Kultur und deren Vergangenheit lustig zu machen oder den Kopfschmuck zu "entweihen". Wir wollten in keinster Weise so einen, um es in den Worten von Erwachsenen zu sagen, die gerade soziale Netzwerke entdecken, "Shitstorm" auslösen, der eigentlich nur zu einer sinnlosen Diskussion geführt hat. Würde mich freuen eure Meinung darüber zu hören, vor allem wir als Deutsche haben ja auch unser Laster und eine Schuld zu tragen, die uns ja eigentlich, so sehe ich das, für solche Themen mehr sensibilisiert hat und ich bin der Meinung, dass es wirklich keine schlimme Sache ist, eine Kultur in ihrer Schönheit auf eine respektvolle Art darzustellen.

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15 Kommentare

  1. Oh krass, dass solche Bilder dann sowas auslösen. Mir gefallen die Bilder richtig gut :)
    Und ich finde das eigentlich auch echt übertrieben.
    Als Hingucker bei einem Foto ist es doch vollkommen okay :)
    LG Juli von Rahmenlos

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  2. This is fucking perfect♥ The colours!!:O

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  3. wunderbar! nichts verstanden. :') "mimimi, ich wollte doch nur schöne fotos schießen."
    fünf sek. die google-suche bedienen kannst du nicht? cultural appropriation als stichwort wird dir weiterhelfen. versuch's.
    hier ein kleiner ratschlag zu beginn: http://nativeappropriations.com/2010/04/but-why-cant-i-wear-a-hipster-headdress.html.

    du schaffst das ganz bestimmt, kein ignoranter rassist mehr zu sein. ich glaub' an dich.

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    1. Wahrlich eine riesige Unverschämtheit. Wo kommen wir denn hin, wenn man sich traditionelle Kleidung einer anderen Volksgruppe anzieht? Was kommt als nächstes? Nicht-Bayern, die sich zum Oktoberfest traditionell-bayerische Kleidung anziehen? Natürlich kann ich die Google-Suche Bedienen, habe mich auch informiert, aber vielleicht sollten wir aufhören aus jeder "Provokation" direkt eine Diskussion über Rassismus und Diskriminierung zu führen? Du schaffst es bestimmt nicht übertrieben sensibel und ignorant zu sein, Ich glaub' an dich.

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    2. http://ringelmiez.de/2015/02/13/kulturelle-aneignung-und-alltagsrassismus-im-fasching-warum-nicht-nur-kinder-keine-indianerkostueme-tragen-sollten/

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  4. Haha :D Ganz ehrlich? Als ich die Bilder gesehen hatte und noch nicht den Text, wollte ich dir genau das sagen ;) Ich habe das damals bei Germanys Next Topmodel mitbekommen, da gab es auch so ein Shooting und dann bei Facebook einen kleinen Shitstorm (siehe hier). Und ja, ich finde es tatsächlich "berechtigt".

    Es ist eine Sache, ob man das nicht weiß und "einfach schöne Bilder macht", oder ob man die Kritik hinterher ignoriert und kein Verständnis zeigt. "Ohne dabei jemandem weh zu tun".. Aber du siehst doch, dass es die Leute verletzt, kränkt, whatever. Und ich finde dann kann man auch Rücksicht darauf nehmen; ich finde es gehört sich einfach nicht, ihnen dieses "Problem damit" abzureden, nur um seine Bilder zu rechtfertigen. Egal wie die Kultur im einzelnen aussieht; respektieren sollte man sie dennoch. Und letztendlich ist es nicht weniger ignorant mit dem als-Indianer-Verkleiden hier. Es ist schon so normal für uns, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt...

    All das ändert übrigens nichts daran, dass ich die Bilder wunderschön finde; Farben Aufbau, Model, alles passt (und vor allem das Licht ist so traumhaft!). Dennoch bleibt bei mir ein kleiner bitterer Beigeschmack, eben weil ich jetzt ein bisschen mehr Hintergrundinfos habe.

    So, genug gemeckert :P
    Liebe Grüße!

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  5. Du hast so Recht Vincent, meiner Meinung nach! Wenn man diesen Kopfschmuck verwendet, um solche Bilder zu machen, heißt das für mich gewissermaßen, dass man diesen respektiert und schön findet und Gefallen an der Kulter findet. Und um sich ein wenig darin wiederzufinden, werden solche Fotos gemacht. Ich persönlich verstehe in keinster Weise diese ganzen Vorwürfe und Konfrontationen, nach denen du ein schlimmer weißer Rassist sein müsstest. Sind wir jetzt schon so weit, dass man noch nicht einmal Merkmale anderer Kulturen fotografieren darf?! Immerhin gibt das Model sich nicht als Amerikanischer Ureinwohen aus..

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  6. Ich hab das auf Instagram sogar mitverfolgt. Konnte auch nur über solche Leute lachen. Du bist ja auch nicht ignorant mit den Bildern umgegangen, was du ja auch hier nochmal betont hast. Letztendlich sind solche Sachen ja Symbole, die auch unterschiedlich aufgefasst werden können. Und dich da so zu beschuldigen, das finde ich echt ungerecht.

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  7. Ich finde diesen ganzen Shitstorm auch echt viel zu krass. Ich meine, das könnte man alles auch aus nem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Das man diese Kultur akzeptiert oder sogar von ihr fasziniert ist. Ich finde es schade, dass alles gleich ins negative Licht gerückt wird.
    Und das bei so wirklich fantastischen Bildern. Ich finde sie einfach perfekt. Mir würde nichts auffallen was ich daran ändern würde! ;-)
    liebe Grüße <3

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  8. ok, also das was manche menschen abziehen ist wirklich krass. ich habe manchmal das gefühl, dass sie wirklich sehr wütend sind (auf weiß der geier was) aber nicht wissen, wohin sie diese ganze wut leiten sollen. dann findet sie etwas (wie z.b deine bilder) und dann geht's ab. naja, lass dich bitte nicht davon fertig machen - bin mir auch ziemlich sicher, dass solche leute dir nicht den tag vermiesen (sollten). die bilder sind dir wirklich gelungen! es ist einfach kunst, mehr nicht, weniger aber auch nicht.

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  9. Oha ich hätte nicht gedacht das einige da so abgehen :o ich habe deinen Post sogar auf Instagram gesehen (und natürlich auch geliked, denn da haben mir die Bilder auch schon extrem gut gefallen) aber nicht die Kommentare gelesen. Ich sehe das so wie du und die anderen Kommentatoren über mir. Es ist in gewisserweise Kunst und sicherlich gibt es viel krasser Bilder, deren Aussage wirklich die Ureinwohner "diskriminieren" sollten. Ein lachendes Mädchen mit Kopfschmuck ist für mich noch LANGE kein Zeichen für Rassismus und wer dir folgt weiß auch, dass du genug gebildet bist um dich mit der amerikanischen Geschichte aus zu kennen. Wenn das Mädchen jetzt eine Fellmütze oder einen Strohhut getragen hätte, welches Land hätte sich wohl dann beschwert?
    Ich finde es gut das du die Bilder trotzdem postest und noch einmal in deinem Text zeigst das dir bewusst ist was damals vorgefallen ist.
    Liebe Grüße
    Johanna

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  10. Ich bin durch Zufall auf deinem Blog gelandet. Erstmal möchte ich sagen, dass du echt wahnsinnig Talent hast! Ich finde deine Bilder toll. Aber ja, den Kopfschmuck zu verwenden ist problematisch. Ich glaube dir, dass du keine bösen Intentionen hattest, und versuche mal zu erläutern, was dahintersteckt und weswegen das Thema so empfindlich aufstößt. Ich hab mich in der letzten Zeit sehr viel mit cultural appropriation etc. beschäftigt, das ganze Thema ist sehr komplex und um es ganz zu verstehen, muss man viel Recherche tätigen und starke Nerven haben (ich selber bin weiß, und sich da einzulesen, ist echt schwierig). Aber ich versuche mal zu erklären, warum das so ist. (Achtung, langer Text :D)

    Gerade als Weiße/r ist es schwierig, Rassismus zu sehen, weil man ihn selbst nicht erfährt. Wir verknüpfen damit Nazis, KKK, Parolen à la "Ausländer raus!"- aber nicht uns selbst. Wir sind ja tolerant, mit der Sklaverei und so haben wir nichts am Hut, und können die Leute das also nicht einfach mal das leidige Thema sein lassen und das Leben genießen? Zumal man gerade in Deutschland bei dem Wort Rassist ganz besonders empfindlich ist, weil man das Gefühl hat, dass man die „Schuld“, kriegt, für den zweiten Weltkrieg verantwortlich gemacht werden soll und direkt als Nationalsozialist abgestempelt wird.
    Davon müssen uns wir hier mal ein bisschen lösen von diesen Bildern. Rassismus ist ein strukturelles System, was zu lange dauern würde, es hier zu erklären (wenn du Lust hast, darüber weiter zu lesen, helfen dir die Stichworte „systematic oppression“, „White privilege“, „white surpremacy“ weiter), und während wir uns z.B. nie Gedanken um unsere Hautfarbe machen müssen, geht das anderen nicht so. Und kulturelle Dinge einer marginalisierten Gruppe zu entwenden, zählt tatsächlich dazu (Stichwort „cultural appropriation“). Wie gesagt, da muss man sich wirklich reinknien, um das alles zu verstehen, und es ist auch sehr frustrierend, weil man das Gefühl hat, dass die alle Weiße hassen und man sich angegriffen fühlt. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, sein eigenes Verhalten zu hinterfragen und so rassistisches Verhalten- was man vielleicht unbewusst gemacht hat- zu beenden. Auf tumblr etc. findest du viele Posts, die versuchen das zu erklären.

    Nun:
    "ich bin der Meinung, dass es wirklich keine schlimme Sache ist, eine Kultur in ihrer Schönheit auf eine respektvolle Art darzustellen."
    Das Problem dabei ist, ob die Art als respektvoll gilt oder nicht, haben die Angehörigen der Kultur zu entscheiden. Der Kopfschmuck gilt als Auszeichnung für besondere Leistungen und Tapferkeit im Krieg. Ihn als Modeaccessoire zu benutzen, weil er halt hübsch aussieht (was ich auch finde) oder man die Kultur faszinierend findet (kann ich ebenfalls verstehen), ist also für sie kein Zeichen von Respekt, auch wenn man selbst es anders sieht. Unter dem Begriff "Warbonnet" kann man noch mehr zu der Geschichte des Kopfschmucks nachlesen, das ist echt faszinierend, wie viel dahintersteckt! Das ganze Ding ist also mehr als ein paar Federn, die ästhetisch aussehen. Ich selbst wusste bis vor kurzem auch nicht, dass es respektlos ist, es für Fotos zu verwenden. Ich hab es beispielsweise Lana del Rey in ihrem Video „Ride“ tragen sehen und fand es unheimlich cool. Ich habe erst später gelernt, dass das dennoch nicht okay ist und ich finde, die Menschen haben ein Recht dazu, sich aufzuregen.

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  11. Okay, mein Kommentar is so lang, dass ich ihn in mehreren Teilen veröffentlichen muss, haha.
    Ich habe deine Kommentare dazu bei Instagram gelesen und kann verstehen, warum du so reagierst und was du schreibst. Man fühlt sich schnell in die Ecke gedrängt, wenn alle mit „Rassist!“-Schildern wedeln. Aber ich hoffe, dass du dich dieser Kritik öffnen kannst, sie ernst nimmst und über den Sucher deiner Kamera hinausblicken kannst.
    „I'm not offended when girls wear crosses all over their leggings or on their crop tops and I'm also not offended when white girls wear bindis. Maybe we shouldn't take religion that seriously and concentrate on the real issues in our world.“
    Das Ding hier ist auch: Du kannst das so sehen. Das ist dein Recht. Aber es ist nicht dein Recht, es trotzdem zu machen oder den Leuten zu sagen, wie sie sich fühlen sollen. Wenn weiße Mädchen Bindis tragen, kann dich das nicht jucken, aber um dich – um uns, ich nehme mich hier nicht raus - geht es hier nicht. Es geht um die Angehörigen der Kultur. Ihnen gehören die Artefakte, egal wie hübsch wir sie finden oder wie egal uns ihre Bedeutung ist, und sie haben das alleinige Recht zu entscheiden, was für sie okay ist und was nicht, was andere damit machen. Und für viele ist das tatsächlich ein echtes Problem. Gerade Indien hat in der Kolonialzeit schreckliches erfahren, das Land leidet immer noch an den Folgen. Und dann die Weißen (jaa, ein Terminus, den wir nicht mögen, aber lassen wir ihn mal so stehen) mit heiligen Dingen aus ihrer Kultur, die eine signifikante Relevanz haben (wie z.B. das Bindi), zu sehen, ist nicht schön. Klar: wir selbst waren das nicht, wir waren ja noch nicht mal geboren und das ist schon Jahre her. Aber wenn wir die kulturellen Grenzen nicht respektieren, sind wir nicht besser, und üben ebenfalls Unterdrückung aus.

    Wenn Religion oder Tradition in deinem Leben keine Rolle spielt, ist das vollkommen in Ordnung und legitim. Aber für andere tut sie das, ist sie sehr wichtig, und es liegt nicht ans uns, zu entscheiden, was sie nicht so ernst nehmen sollten, und was doch. Gerade Tradition spielt in den Kulturen, die wir so „faszinierend“ finden, und die du nach deinen Worten „appreciate“n willst, und wenn du ihre Regeln missachtest, ehrst du sie einfach nicht.

    „I understand but I actually care more about other issues :) I still like to use stuff like this in my photos and if you think it's disrespectful then just unfollow me.“
    Dir nicht zu folgen löst die Problematik nicht, wie ich hoffentlich erläutern konnte. (Im Übrigen ist das "issue" rassistischer Natur, was wie ich finde, schon ziemlich wichtig ist.) Den Kopfschmuck als Accessoire zu verwenden ist falsch. Aber ich bin mir sicher, dass du auch mit anderen Accessoires tolle Bilder mache kannst, und sollte ich mir irgendwann mal Instagram zulegen, werde ich dir sicher folgen. Und hoffe, keine Bilder mehr wie diese zu sehen. :) Ich weiß, das ist jetzt ein Mordstext, aber ich hoffe, dass du bis hierher gelesen hast. Ich hab mich bemüht, es verständlich zu machen, das Ganze ist leider einfach ein riesiges Themengebiet. Ich denke, du verstehst, dass ich dich nicht angreifen will, sondern mich um eine schlüssige Erläuterung bemüht habe.
    Hab noch einen schönen Abend,
    Marie

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  12. Der hier müsste an zweiter Stelle stehen.
    Wir hier in Deutschland haben kaum kulturelle Bräuche oder traditionelle Kleidung oder Accessoires, weswegen das für uns schwer nachzuvollziehen ist, wie schmerzhaft es für diejenigen ist, deren Kultur einfach entwendet wird. Die Kleidung, die wir tragen, hat für uns eigentlich keinen tieferen Sinn- was ist schon die Bedeutung oder die Tradition hinter einer Bluejeans?
    Zum Thema Respekt: Ein gutes Beispiel fällt mir nicht ein, aber nehmen wir beispielsweise ein Grab (das Beispiel hat jetzt aber keinen rassistischen Hintergrund, es geht um den Zoll des Respekts). Stellen wir uns vor, es ist auch noch von jemandem den du kennst, von deiner Großmutter oder so (für den Sinn eines drastischen Beispiels). Du gehst daran vorbei und siehst, wie Leute darauf tanzen, Sachen dahinstellen, deine Großmutter ausgraben, davon Fotos machen, keine Ahnung. Das ist nicht lustig für dich. Das Grab hat für dich, und im allgemeinen Friedhofskonsens, die Bedeutung des Frieden-findens, ein Ort der Stille, der Ruhe, wo man vielleicht Blumen hinauflegt. Du gehst zu den Menschen hin und erläuterst, dass du das, was sie machen, nicht gutheißt. Sie sagen dir, dass das eben ihre Art ist, Respekt zu zollen, sie finden das Grab, die Kultur, das alles eben, faszinierend, und darauf zu tanzen und zu graben ist ihr Ausdruck dafür. Und du solltest dich nicht so anstellen, du kannst ja weitergehen. Ist das okay? Natürlich nicht! Du als Angehöriger bestimmst, was respektvoll ist und was nicht. Die Intention der Leute war nicht, dich zu kränken oder respektlos zu sein, aber das bringt nichts, das ändert nichts an der Tatsache, dass das was sie machen, für dich nicht okay ist. Und so verhält es sich eben bei solchen Sachen auch umgekehrt. Die native-americans dürfen gekränkt sein, wenn ihnen jemand ein Heiligtum aus der Kultur entwendet.
    Ich habe deine Kommentare dazu bei Instagram gelesen und kann verstehen, warum du so reagierst und was du schreibst. Man fühlt sich schnell in die Ecke gedrängt, wenn alle mit „Rassist!“-Schildern wedeln. Aber ich hoffe, dass du dich dieser Kritik öffnen kannst, sie ernst nimmst und über den Sucher deiner Kamera hinausblicken kannst.

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